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03.06.2013  |  Neuer Sportplatz  |  

Grünes Licht für den Sportplatz

Ein weiterer Etappensieg!

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung - MAZ

Grünes Licht für den Sportplatz - Stadtverordnete stimmen Bebauungsplan und Abwägung der Nachbargemeinde zu!

HOHEN NEUENDORF - Aufatmen bei der Bürgerinitiative (BI) „Sportanlage jetzt!“, Frust und Ärger bei Bewohnern des Mühlenbecker Viertels in Bergfelde: Die klare Mehrheit der Hohen Neuendorfer Stadtverordneten stimmte am Donnerstagabend dem Entwurf des Bebauungsplanes Nummer 8 „Sportplatzanlage Schönfließ Nord“ zu, also den Plänen für den neuen Fußballrasen von Grün-Weiß Bergfelde. Die Nachbargemeinde Mühlenbecker Land als Vorhabenträgerin wird zugleich gebeten, den Entwurf zur weiteren Beratung in die politischen Gremien sowie zur letztendlichen Beschlussfassung in die Gemeindevertretung einzubringen. Mit einem zweiten Mehrheitsbeschluss gaben die Stadtverordneten auch grünes Licht für das sogenannte Abwägungsverfahren zum B-Plan Nummer 8. Im Zuge einer frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit sowie zuständiger Behörden konnten Hinweise und Anregungen für den bereits geänderten und erweiterten Vorentwurf gegeben werden. Die Städtebaulichen Belange Hohen Neuendorfs seien dabei berücksichtigt worden, bestätigten die Stadtverordneten per Beschluss.

Der Vorschlag der Bürgerinitiative „Sportplatz Bergfelde“, den Sportplatz in östliche Richtung bis hinter den Summter Weg zu verschieben, „ist nur marginal berücksichtigt worden“, kritisierte BI-Sprecher Bernd Manthey. Er appellierte an die politische Verantwortung und mahnte den sinnvollen Einsatz von Steuermitteln an. Außerdem hinterfragte er, ob diese „Notlösung“ wirklich beschlossen werden soll, ob der BI-Vorschlag noch einmal geprüft wird und ob die Kommunalpolitiker bereit sind, eine Kosten-Nutzen-Analyse zu fordern und mitzugestalten. Geantwortet wurde darauf in der Sitzung nicht.

Knut Zech von der BI „Sportanlage jetzt!“ sprach sich dagegen ausdrücklich für den aktuell favorisierten Standort aus, ebenso für den vorgelegten Abwägungsbeschluss. „Wir sind ganz klar für diesen Standort und hoffen, dass Bergfelde endlich seinen Sportplatz kriegt“, sagte Zech in der Einwohnerfragestunde mit Verweis auf die seit zehn Jahren andauernde Standortsuche.

Drei Stadtverordnete hatten hinsichtlich der Sportplatzpläne mit Nein gestimmt. Zu ihnen gehörte Norbert Matthes (unabhängig). Nach dem Durchsehen der Unterlagen sei er zu dem Schluss gekommen, dass die Interessen der Anwohner „in keiner Weise berücksichtigt“ würden. Die Rückübertragungsansprüche für eines der Grundstücke sei ein zusätzlicher Grund, warum er das Projekt dort nicht realisieren würde. „Darüber hinaus sehe ich das Thema Lichtemission nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt“, sagte Matthes. Deshalb werde es zwar möglichst niedrige Maste geben, aber das Funktionsgebäude müsse mindestens zweigeschossig gebaut werden, um als wirksamer Schutz zwischen Wohnviertel und Sportanlage dienen zu können. Außerdem werde der Lärmschutz nicht immer eingehalten, monierte Matthes.

„Politik ist das Bohren dicker Bretter“, zitierte Steffen Apelt (CDU) sinngemäß den Soziologen Max Weber. „Das trifft auf diese Sache zu“, sagte er. Hohen Neuendorf hätte seine dynamische Entwicklung, um die es von vielen Umlandkommunen beneidet werde, nicht genommen, „wenn wir nicht Kompromisse gemacht hätten“, so der Fraktionsvorsitzende: „Dann würden wir immer noch mit der Kerze um den Weihnachtsbaum laufen.“ Und die Gemeindevertretung habe das Thema nicht über Jahrzehnte begleitet, „um jetzt rückwärts zu gehen“.

Ebenso warb SPD-FDP-Fraktionsvorsitzende Inka Gossmann-Reetz für die Beschlüsse. Es habe einen guten Beteiligungsprozess gegeben. „Wir haben die Verpflichtung, auf die Bürger zuzugehen, zur Genüge erfüllt“, sagte sie. Ihm falle die Zustimmung nicht leicht, gab Vize-Fraktionschef Matthias Schwanke vom Stadtverein zu. Manche Formulierung in der Abwägung habe „zynisch geklungen“ – und es habe dem Verfahren „an Transparenz gemangelt“. Das sollte künftig besser gemacht werden.

In dieser Wochen hatten der Umwelt- sowie der Bauausschuss der Gemeinde Mühlenbecker Land mit dem selben Thema befasst. Beide Ausschüsse befürworteten den Abwägungs- sowie den Billigungs- und Offenlagebeschluss für den Bebauungsplan sowie die Ergänzung im Flächennutzungsplan mit jeweils drei Ja- und einer Nein-Stimme. (Von Helge Treichel)

Bericht vom: 03.06.2013
Von: AK - Quelle: MAZ